Auf den Spuren Lara Croft‘s

Wie am gestrigen Tag schon angekündigt, klingelte heute um kurz nach 4 der Wecker. Pünktlich um 5 Uhr wartete Mao schon auf uns vor dem Hotel und brachte uns zu den Tempeln. Erster Stop an diesem Tag: Angkor Wat.

Wie schon von uns befürchtet, waren wir nicht die einzigen mit der Idee, die Tempelanlage bei Sonnenaufgang zu besichtigen. Es scheinen alle den gleichen Reiseführer gelesen zu haben. Mao setzte uns direkt an der Straße in völliger Finsternis ab und zeigte uns kurz die Himmelsrichtung in der wir gehen mussten. Dies hätte er eigentlich nicht machen müssen, denn wir sind den tausend anderen Menschen einfach gefolgt. Nun standen wir an der Brücke vor dem See von Angkor Wat und googelten noch schnell die beste Stelle für den Sonnenaufgang. Diese liegt an der nordwestlichen Seite des Tempels. Auch hier haben sich schon mehrere Besucher versammelt, jedoch sind einige auch direkt in die Tempelanlage gelaufen. Nun bauten wir unser Equipment auf, um die ganze Szene in einem Zeitraffer zu erfassen. Da wir schon um 5:20 Uhr vor Ort waren, dauerte das ganze Spektakel auch gut eine Stunde. Nachdem wir alles im Kasten hatten, besuchten auch wir die Tempelanlage. Die Anlage ist von Wasser umgeben und nur über eine Brücke erreichbar (als Ausgang hat man hier eine separate Pontonbrücke aufgebaut). Die Außenmauer ist relativ nah am Wasser gebaut, durch diese führen verschiedene Gänge in den Innenbereich des Tempels. Um den Besuchern den Einstieg zu erleichtern, wurden Treppen an den Eingängen gebaut, die aber teilweise nicht mehr ganz so stabil waren. Vom Eingang der äußeren Mauer führt ein Weg aus Stein direkt ins Tempelinnere, welcher noch recht gut erhalten ist. Nach etlichen Treppenstufen erreichte man den oberen Korridor, der den Boden der Türme bildet. Nach gut 1,5 h bei schwülen Temperaturen beendeten wir unsere Besichtigung und gingen über die Brücke zurück zum Tuk-Tuk.

Nun ging es weiter in Richtung Norden, die nächste Tempelanlage wartete auf uns, der Bayon Tempel. Um zu dem Tempel zu gelangen, muss man zuvor an einem Checkpoint seine Eintrittskarte nachweisen. Mao setzte uns vor einer Brücke ab. Wir gingen zu Fuß über die Brücke, vorbei an imposanten Skulpturen, bis hin zum Eingangstor. Das Tor ist teil der Außenmauer des Tempels, welche riesige Ausmaße hat. Das gesamte Gelände des Bayon Tempels ist um ein Vielfaches größer, als Angkor Wat. Mit dem Tuk-Tuk ging es nun weiter in Richtung Tempel, wo schon ein Affe auf uns wartete. Nichts ahnend gingen wir mit unserer vom Hotel mitgegebenen Frühstücksbox in Richtung Tempel, um dort in Ruhe frühstücken zu können. Leider haben wir die Rechnung ohne die Affen gemacht. Währenddessen ich ein Bild von dem einen Affen gemacht habe, wurde Nicole von einem weiteren attackiert. Er versuchte ihr die Tasche aus der Hand zu reißen. Zum Glück ist dabei nichts passiert und Nicole konnte das Essen gut verteidigen. Dieses brachten wir zurück zum Tuk-Tuk, um es später zu verzehren. Nun gingen wir zum Tempel und stellten fest, dass einen Meter vom Tatort ein Hinweisschild aufgebaut ist, dass man auf die Affen acht geben sollte. Etwas zu spät würde ich sagen…

Der Tempel selbst besticht vor allem durch seine Türme, in welche Gesichter eingearbeitet sind, diese spiegeln unter anderem die Gesichter der Brücke wieder. Trotz des größeren Areals, war der Tempel selbst um einiges kleiner als Angkor Wat. Nach einem gut 20 minütigen Besuch und viel Schweiß freuten wir uns nun auf das Frühstück. Wir öffneten die Box und inspizierten den Inhalt, welcher sehr reichhaltig war. Es war nicht ansatzweise mit dem aus Bangkok zu vergleichen. Neben einem trockenen Croissant gab es noch zwei Scheiben Toast, zwei kleine Bananen und zwei Eier. Alles genau nach meinem Geschmack. Was man aber nicht vergessen darf, es gab auch Butter und Marmelade dabei. Einziges Problem was wir nun hatten, es gab nur eine Gabel und einen Löffel…

Nach diesem ausgiebigen Frühstück ging die Route dann auch weiter in Richtung Ta Prohm Tempel, welcher schon als Filmkulisse diente. Auf dem Weg hielten wir noch bei zwei kleineren Tempeln an, zu denen sich niemand verirrt hatte. Alle großen Touristenbusse steuerten nur die größeren Tempel an.

Am Ta Prohm angekommen, merkte man umso mehr, dass man immer tiefer in den Regenwald gefahren ist. Die Kleidung klebte nur noch am Körper. In diesem Tempel wurden unter anderem Aufnahmen für den Film Tomb Raider, mit Angelina Jolie in der Hauptrolle, gedreht. Um den Tempel zu erreichen, muss man erneut durch ein großes Tor gehen, welches den anderen schon sehr ähnelt. Nun geht es durch den feuchten Regenwald zu einer Brücke, die direkt in den Tempel führt. Der Tempel wird aktuell restauriert, da viele Teile schon in sich zusammengefallen sind. Aber gerade das, in Verbindung mit den aus den Mauern wachsenden Bäumen, macht diesen Ort aus. Ein Tempel, welcher durch die Natur zurückerobert wird. Wir spazierten einmal um den Tempel herum und besichtigten ihn im Anschluss von innen. Wie bei den Tempeln zuvor auch, wurden wir durch das ein oder andere Kamerateam begleitet. Viele jüngere asiatische Menschen lassen sich vor den Tempeln in traditioneller Kleidung filmen und fotografieren.

Nach einer gut einstündigen Tour ging es über die Brücke wieder zurück zum Tuk-Tuk, hier wartete Mao schon auf uns mit frischem Wasser. Mittlerweile haben wir schon gefühlt fünf Liter Wasser getrunken. Nun ging es aber noch zu einem letzten Tempel, bevor es im Anschluss wieder in Richtung Hotel ging.

Am Hotel angekommen ging es direkt unter die Dusche mit anschließender Entspannung. Der eine im Hotelzimmer und der andere im Massagesalon. Am Abend ging es dann noch einmal in die Stadt, um dort auf der Pub Street Essen zu gehen. Im Anschluss gönnten wir uns dann noch ein leckeres Eis (Schokolade mit Pfeffer). Nun packen wir schon wieder die Koffer, denn morgen heißt es wieder früh aus den Federn, die Weiterreise über Bangkok und Phuket nach Khao Lak steht an.

Aufgrund von aktuellen Warnmeldungen mussten wir übrigens vor zwei Tagen unsere Reisepläne ein wenig ändern. Wir haben unseren Mietwagen storniert und werden nun mit dem Taxi gefahren. Zudem haben wir für nächste Woche einen anderen Flug gebucht, um eher in Bangkok zu sein. Grund hierfür ist ein großes Feuerwerk am Freitag.

Bis dahin

Nicole & Michael

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